Das Prinzip der Gentherapie

Zunächst soll das Prinzip der Gentherapie ganz allgemein dargestellt werden. Fast alle Krankheiten des Menschen haben genetische Ursachen, angefangen von Krebs über Autoimmunkrankheiten bis hin zum Haarausfall. Bereits in den 80er Jahren konnte im Tierversuch nachgewiesen werden, dass man krankheitsverursachende Gene durch therapeutische Gene korrigieren bzw. ersetzen kann. Dies nennt man Gentherapie. Eine Gentherapie heilt also die wirklichen Ursachen von Krankheiten (= die krankmachenden Gene) und behandelt nicht nur die Symptome. Inzwischen sind über 4000 Menschen im Rahmen von klinischen Studien mit einer Gentherapie behandelt worden, hauptsächlich gegen Krebs und AIDS.

Das Prinzip ist immer ähnlich bis gleich: Das heilende Gen soll mit Hilfe eines Gentaxis (wissenschaftlich Genvektor) zu den gewünschten Zellen, also z.B. den Tumorzellen oder den Haarwurzelzellen gebracht werden.

Das größte Problem aller Gentherapien ist das Transportproblem, d.h. wie transportiere ich das heilende Gen am effektivsten zu den gewünschten Zellen? Momentan verwendet man hauptsächlich ungefährlich gemachte Viren (z.B. Schnupfenviren) oder Fettkügelchen (Liposomen), um die heilenden Gene zu transportieren. Tausende Forscher arbeiten fieberhaft an der Perfektionierung dieser Transportmethoden, z.B. arbeitet Forscher an der Verschmelzung von Virus und Liposom oder entwickelten völlig neue Gentaxis.

Und in der Tat gibt es bereits erste bahnbrechende Erfolge:

Offensichtlich beginnt die Gentherapie ihre Versprechungen nun auch am Menschen zu erfüllen. Es ist anzunehmen, dass auch die gentherapeutische Heilung anderer Krankheiten aeusserst nebenwirkungsarm bzw. nebenwirkungsfrei sein wird, da Gentherapien hochspezifisch an den krankheitsverursachenden Genen ansetzen. Momentan gehören die Nebnwirkungen von Medikamenten in Krankenhäusern noch zu den häufigsten Todesursachen überhaupt - vor der Zuckerkrankheit und der Lungenentzündung liegen sie auf Platz 4 bis 6 der Todesursachenstatistiken (s. z.B. Studie von Dr. Bates unter http://www.lifescience.de/artikel/03045/index.html ). Dies wird sich mit der Zulassung von hochspezifisch wirkenden genbasierten Medikamenten drastisch ändern. Übrigens wird das therapeutische Gen nicht von den Samen-oder Eizellen aufgenommen, d.h. eine Vererbung an den Nachwuchs ist nicht möglich.

Das Konzept der Gentherapie hat das Potential, die gesamte Medizin zu revolutionieren. Es gibt fast keine Krankheit, die man nicht mit einer Gentherapie behandeln bzw. heilen können wird. Einige weitere Beispiele: